Plattform für verantwortungsvolle und mutige Zukunftslobbyisten

Viele fühlen sich von der „VUCA-Realität“ ausgebremst. Die Fragen nach dem Sinn eines Unternehmens rücken in den Hintergrund, schließlich muss man alles tun, um in dieser unbeständigen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Welt zu überleben. Dabei wäre es doch gerade jetzt von immenser Bedeutung, sinnstiftend und zukunftsfähig zu agieren – als Unternehmen, als Gesellschaft, als Individuum.
Nun, das Umfeld hat sich immer schon geändert und wird sich immer ändern. Es ist allerdings eine Frage der Haltung, ob man diese VUCA-Welt als Problem bzw. Gefahr betrachtet, oder ob man sie als Option, als Möglichkeit für Gestaltung sieht: Als etwas, mit dem man umgehen kann, das einem die Chance bietet, Dinge zu verbessern, etwas zu bewirken und zu gestalten. Für manche ist etwa die Klimathematik schlichtweg eine Gefahr. Andere sagen: „Das kann ich gestalten. Ich kann meine Lebensweise anpassen oder sogar Dinge kreieren, mit denen ich etwas dagegen tun kann.“
Am Ende des Tages stellt sich die Frage: Gehört man zu den Gestaltern oder zu den Verwaltern? Und zwar sowohl als Individuum, als auch als Organisation oder Gesellschaft. Unternehmen, die darin einen Sinn sehen, ihr Produkt, ihre Dienstleistung, ihr Tun zu verbessern, neu zu gestalten, damit sie in dieser VUCA-Welt überleben können, sind Gestalter. Und dann gibt es jene, die das Bestehende unter dem Deckmantel des Bewahrens verwalten wollen, denn die Zukunft ist ja vor allem unsicher. Doch wer aus einem Sicherheitsbedürfnis heraus agiert, sieht die Zukunft eher dunkel und dystopisch. Diese Haltung hat vielleicht einen Zweck, wenn man verwalten will, macht allerdings wenig Sinn, wenn es darum geht, die Zukunft zu gestalten. Das Problem ist, dass die Verwalter derzeit dominieren – sowohl in Unternehmen als auch in der Politik.

Viele empfinden es halt als gefährlich, ohne „Sicherheitsnetz“ in die Zukunft zu gehen – vor allem im Managementbereich, so scheint es.
Ja, aber so gelingt Gestaltung und damit Zukunftsarbeit nun mal nicht. Wenn man ständig absichern will, was zu tun ist, wenn man Optionen hin- und herschiebt, Prämissen und Ziele festlegt, verwaltet man bloß die Rahmenbedingungen. In so einem Umfeld kann Gestaltung nicht stattfinden, da es gar keine Räume für Entfaltung gibt. Früher war das Sicherheitsdenken nicht so dominant. Das ist erst mit einer Veränderung in den 1990er Jahren aufgekommen. Seither wurde Zukunft mehr und mehr zum Verwaltungsfeld.
Dabei ist es durchaus verständlich und auch legitim, dass das Management Dinge absichern und Controlling-Systeme einbauen möchte. Der Begriff kommt ja vom Lateinischen „manare“, also jemanden bei der Hand nehmen. Viele Entwicklungen benötigen Absicherung, Kontrolle und Zielsetzungen. Aber fürs Neue benötigen wir immer auch Gestaltung, Entwicklung und Freiraum. Otl Aicher, einer der prägendsten deutschen Gestalter, hat einmal gesagt: „Entwürfe werden in die Welt geworfen.“ Nur so ergeben sich Möglichkeiten, Neues und Besseres zu gestalten. Ein Gestalter wirft einen Entwurf auf – hoffentlich – fruchtbaren Boden, wie ein Samenkorn, damit daraus Wertvolles entsteht. Ein Verwalter möchte am liebsten den Apfel gleich ernten können. Für ihn ist das Risiko, dass der Entwurf nichts wird, zu gefährlich und zu ressourcenverschlingend.

Ergebnis der Gestaltung (© Karla Hernandez, Unsplash)

Du bist ja nicht nur Unternehmensberater, sondern leitest an der Hochschule Luzern auch den CAS-Studiengang Design Management – ein Begriff, der an sich wie ein Widerspruch in sich erscheint.
Ja, wobei er eigentlich die zwei Pole bezeichnet, die in Verbindung gebracht werden müssen. Es geht nicht darum, das Design zu managen oder das Management zu gestalten. Es geht um das Zusammenbringen beider Aspekte. Design und Management bzw. Gestaltung und Verwaltung sind die beiden Standsäulen einer Organisation, wobei Gestaltung ihre primäre Funktion ist und Verwaltung als Support dient, und damit sicherstellt, dass Gestaltung überhaupt stattfinden kann. Mit Gestaltung entstehen die Leistungen, mit der Verwaltung werden diese ermöglicht. Idealerweise sollte es so sein, aber in den meisten Unternehmen ist es heute leider umgekehrt: Dort ist die Verwaltung die primäre Funktion. Und dort, wo CEOs reine Verwalter sind, für die vor allem Zahlen und weniger die Kunden zählen, entstehen keine Visionen für die Zukunft. Eigentlich ist ein CEO wie ein Hausmeister: absolut wichtig, aber eben nur unterstützend! Wahres Unternehmertum macht sich darüber Gedanken, was man tun kann, damit Produkte und Dienstleistungen für die Kunden und Mitarbeiter sinn- und zweckvoll sind.
Wir merken das auch in der Gesellschaft: Die Welt wird von der Politik normiert, kartografiert, in Gut und Böse eingeteilt und dadurch – scheinbar – verwaltbar gemacht. In so einem Umfeld kann keine Zukunft gestaltet werden, denn dafür brauchen wir Offenheit, Experimentierfreude und Gestaltungsperspektiven. Wir müssen endlich akzeptieren, dass sich die Dinge verändern und dass das weniger Gefahren mit sich bringt, sondern Möglichkeiten. Als Kind akzeptiert man ja auch, dass man auf dem Spielplatz hin- oder irgendwo herunterfallen kann. Für Kinder ist freies Gestalten viel wichtiger als sicheres Verwalten. Warum nicht auch für uns Erwachsene?

Beim Hinfallen könnte man halt auf die Nase fallen und das würde weh tun. Also lieber alles beim Alten belassen.
Dieses vorherrschende Verwaltungsdenken macht uns aber Gestaltungsthemen gegenüber blind und gaukelt uns Sicherheit vor. Dadurch verlernen wir, uns auf das eigene Potenzial zu verlassen. Und die Frage ist doch: Was steckt für eine Einstellung hinter dem Bewahren und Verwalten? Was projizieren wir dadurch in die Welt? Was sind das für Denkmuster und was bedeutet das für Die Zukunft?
Als ich in den 1960er, -70er Jahren aufgewachsen bin, war die Zukunft grandios. Die Gegenwart hingegen war weitaus schlimmer als heutzutage – meiner Meinung nach zumindest. Damals hieß es: Die Zukunft kann nur besser werden. Heute ist das anders. Heute erwartet man sich für die Zukunft nur mehr Schlechtes.

Die Menschen bekommen das ja täglich vorgekaut: Erst Corona, jetzt der Krieg in der Ukraine mit all seinen negativen Folgen, die erst in den kommenden Monaten so richtig bemerkbar werden. So zumindest der allgemeine Tenor.
Stimmt. Umso wichtiger ist es, dass wir an einer besseren Zukunft arbeiten und diese gestalten wollen. Dafür brauchen wir De-Eskalation und vielfältige Entwürfe, die Optionen sind. Das ist allerdings schwieriger als die Eskalation auf Basis von Zielsetzungen und Vorgaben. Uns fehlen die Politiker, die gestalten können, und die Bürger, die dies einfordern. Es ist nicht einfach, weil wir uns gemeinsam Gedanken darüber machen müssen, was denn die unerwünschte und was die erwünschte Zukunft für alle sein könnte. Das Problem dabei ist: Sobald brillante Ideen in den Raum geworfen werden, werden diese von den Verwaltern in gut und schlecht eingeteilt. Und gut ist, was sicher und verwaltbar ist. Wir müssen wieder lernen, Ideen, Meinungen, Vorschläge, Entwürfe des Gegenübers zu akzeptieren, sie im Raum stehen zu lassen, ohne gleich zu urteilen und von vornherein die Dinge kontrollieren zu wollen. Das nämlich erstickt die Zukunft im Keim.

DM-Gründer Götz W. Werner hat den Begriff der „unternehmerischen Disposition“ geprägt, in der der Mitarbeitende „stets in die Zukunft gerichtet handelt, vordenkt, sich ein Bild schafft“ und somit sich und das Unternehmen gestalterisch in die Zukunft führt. Wie können wir es schaffen, dass jeder so denkt und handelt?
Indem wir es den Kindern von klein auf beibringen, statt sie ständig auszubremsen und ihr Potenzial zu untergraben. Unser Schulsystem ist ja auch ein Verwaltungssystem: Da werden Kinder in Klassen gesteckt, wo sie wie am Produktionsband lernen sollen. Dabei wird der Mensch als Gestalter geboren und nicht als Verwaltungsobjekt. Und um ehrlich zu sein, mache ich mir in der Hinsicht wirklich Sorgen, denn ich habe das Gefühl, dass Menschen so zu Sicherheitsfanatikern großgezogen werden. Eine Generation von sorgenvollen Unsicherheitsvermeidungsmenschen, die nur mehr damit beschäftigt sind, die Gefahren von vornherein zu vermeiden, um so vermeintliche Sicherheiten zu haben. Aber wie soll so eine bessere Zukunft entstehen? Gestaltung benötigt Freiheit, nicht Sicherheit!

Gestaltung braucht Freiheit (© Alice Dietrich, Unsplash)

Was können wir tun – abgesehen davon, dass das Bildungssystem komplett reformiert gehört?
Jeder Mensch sollte sich darüber im Klaren sein, dass er sowohl einen Gestalter als auch einen Verwalter in sich hat. Es ist wie ein Pendel, das unser ganzes Leben lang hin- und herschwingt. Entsprechend gilt es, immer wieder Unsicherheitsvermeidung zu überwinden und Entwurf und Gestaltung zuzulassen. Dafür aber brauchen wir dringend vertrauensstiftende, lebensbejahende, positive Signale und Impulse, sodass die Menschen wieder mit dem Potenzial der Gestaltungsfähigkeit arbeiten können.

Wir brauchen also eine Bewegung von Menschen, die sozusagen für ihr gestalterisches Geburtsrecht kämpfen.
Ja, eine zukunftsbejahende Bewegung. Wir brauchen eine gestalterische Kultur, die auf Zuversicht und Gestaltungswille aufbaut. Durch ständiges Absichern kommen wir nicht weiter und schon gar nicht durch Konflikte. Wenn wir nur klare Kante zeigen, werden wir daran zugrunde gehen. Wir brauchen Kompromisse, die einem Gestaltungswillen entspringen. Wir brauchen einen wirklich gesunden Wettbewerb ums Bessere, und nicht Kriege um die Verwaltungshoheit.

Fehlt es uns an der Fehlerkultur?
Das ist in meinen Augen ein irreführender Begriff. Fehler machen ist nie gut. Fehler will und sollte jeder vermeiden. Viel besser wäre es doch, wenn wir eine Entwurfskultur hätten. Ich kann den ganzen Tag experimentieren, neue Dinge versuchen und Entwürfe in den Raum werfen. Manches wird funktionieren, anderes nicht. Noch besser wäre eine Kombination aus Entwurfs- und Exzellenzkultur: Zuerst entwerfen wir neue Lösungen und die, die funktionieren, verbessern wir dann solange, bis sie exzellent sind.

Momentan aber geht es leider gar nicht in diese Richtung…
Nein, wir stecken gerade in der Talsohle des Elends fest, schüren Ängste und verknappen Ressourcen. Und es wird meiner Meinung nach noch ein paar Jahre dauern, bis wir aus diesem Tief wieder herauskommen. Bis es jemand schafft, die Menschen davon zu überzeugen, dass die Perspektive für die Zukunft die Gestaltung ist, nicht die Verwaltung. Allerdings fehlen uns aktuell die großen Gestalter, die ein utopisch-annehmbares Bild der Zukunft zeichnen und denen man folgen möchte. Oder anders gesagt: Es dominieren die Verwalter, deren Ziele und Maßnahmen uns davon abhalten eine bessere Zukunft zu gestalten.

Wenn wir alle als Gestalter geboren werden, könnten wir doch auch alle Visionäre sein.
Ja, auf jeden Fall! Dafür müssen wir aber erst einmal den Verwalter in uns zurückdrängen. Dann müssen wir damit Frieden schließen, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden, und dass es Dinge gibt, die man nicht kontrollieren kann, dass Unsicherheit Fakt ist. Außerdem müssen wir uns vergewissern, dass wir immer die Möglichkeit haben, die Dinge besser zu machen. Wir müssen bereit sein, Entwürfe und Lösungen ergebnisoffen miteinander zu diskutieren und sie dadurch ständig zu optimieren. Womit wir wieder bei der Entwurfs- und Exzellenzkultur wären.

Vielen Dank, Jan-Erik, für dieses sehr tolle Gespräch.

 

Gestaltung heute (© privat)

 

Zur Person: Prof. Jan-Erik Baars

…berät Unternehmen in der effektiven und umfassenden Nutzung des Designs. Zudem leitet der in den Niederlanden aufgewachsene, gebürtige US-Amerikaner, der heute in Kempen (D) lebt den CAS-Studiengang Design Management an der Hochschule Luzern (CH). Zuvor war der Autor von „Leading Design“ fast 20 Jahre lang als Industriedesigner und zum Schluss als Leiter Design bei Philips in Eindhoven sowie Wien tätig und zeichnete von 2009 bis 2011 für das Designmanagement der Deutschen Telekom in Bonn verantwortlich.
www.janerikbaars.com

 

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weiter neu denken

80 Essays hat Gerhard M. Buurman zwischen April und August 2020 geschrieben, an seine Studierenden verschickt und diese nun in einem Tagebuch veröffentlicht. Sie spiegeln die Erfahrungen der ersten Corona-Welle wider, als plötzlich alles ganz anders war. Die drei Essays, die uns der Autor hier zur Verfügung stellt, geben einen kleinen Einblick und Vorgeschmack auf Texte, die der grundsätzlicheren Neugierde folgen, mit welchem Interesse, welcher Legitimation und mit welchen Folgen der Mensch in seine Welten eingreift, sie umbaut und verändert.
Das Buch ist über Apple Books erhältlich.

 

Derealisation

Karlheinz Stockhausen schrieb 1972 über „Neue Musik“: „(…) dieses kontinuierliche Übergehen von einer Perspektive in eine andere während ein- und desselben Stückes: das ist eigentlich das Thema des Komponierens geworden. Nicht mehr irgendetwas anderes zu komponieren oder darzustellen oder zu exemplifizieren oder zu konstruieren, sondern die Transformationsmöglichkeiten der Klangmaterie sind das Thema selbst.“ Wir haben unsere Welt in einen großen, modularen Möglichkeitsraum zerlegt und denken viel darüber nach, wie wir die Teile „neu“, „besser“, „lukrativer“, „nützlicher“ zusammensetzen können (allg.). Folgende Eskalation schlage ich vor:
Assoziation: Wir bringen Dinge miteinander in eine produktive und alltägliche Verbindung;
Bisoziation: Wir bringen Dinge miteinander in eine ganz neue Verbindung und stellen neue Zusammenhänge her (technisch, kulturell);
Dissoziation: Unsere Wahrnehmung ist gestört, neurologische und kognitive Funktion fallen aus.

Das sind ja ganz neue Regeln

Seit jeher untersucht der Mensch seine Natur, findet Gesetzmäßigkeiten, wendet sie an, variiert und permutiert sie. Dieser infinite Prozess der Selbst- und Fremdentwicklung (Poiesis resp. Autopoiesis) ist eine Art exponentielle Fortschrittsfunktion. Wenn wir über die Gestaltung von Zukünften sprechen (1. Zukunft des Menschen, 2. Zukunft für den Menschen, 3. Zukunft trotz des Menschen), dann sollten wir jene Gestaltungsmethoden genauer studieren, die eine moderierende Wirkung auf unsere viel zu anwendungsorientierte Phantasie ausüben. Vorzuschlagen sei hier nicht der Algorithmus (Regelsystem I), das Gesetz (Regelsystem Il) oder der Verzicht (Regelsystem II).
Schon gar nicht rede ich von der schnellen und vielleicht manchmal auch schmuddeligen Praxis. Dehnen wir unsere Erwartungen doch aus und konzentrieren uns auf die Frage, wie wir zu ganz neuen Regeln kommen können. Eine Publikation des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe dokumentiert die Forschungen des Komponisten und Architekten lannis Xenakis, der für seine „stochastische Musik“ die Spiel- und die Zahlentheorie nutzte. Heute „klingt“ uns dieses Prinzip sehr vertraut. „Spieltheorie“, ein passendes Wort in diesem Zusammenhang!

Nur durch Himmelskarten können Erdkarten gemacht werden; nur durch den Standpunkt von oben herab entsteht uns eine ganze Himmelskugel, und die Erdkugel selber wird zwar klein, aber rund und glänzend darin schwimmen.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik

Das Blaue vom Himmel

(…) Die Verhältnisse scheinen kompliziert, seltsam, unordentlich. Darum mögen wir getrost und in professioneller Weise kompliziert und unordentlich aber immer umsichtig vorgehen. Sollte es uns hier und da gelingen, in all der Unordnung eine neue, bessere Ordnung zu erkennen, ist genau das die Hoffnung. Sprechen wir nicht von „gut“ oder „schlecht“ und geben wir nicht immer gleich vor, die Welt zu reparieren. Je mehr wir wissen und können, desto enger werden wohl auch die Grenzen des Erträglichen.

 

 

Über den Autor…

Prof. Dr. Gerhard M. Buurman ist Designer und Kulturwissenschaftler. Von 2001 bis 2017 unterrichtete er an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, wo er unter anderem die Studienbereiche Interaction Design und Game-Design gründete, den Aufbau des Swiss Design Institute for Finance and Banking initiierte und das Institut für Designforschung leitete. Heute arbeitet der Konstanzer mit seinem Institut für Denkformen einmal mehr an der Schnittstelle von Design und Ökonomie. Gerhard M. Buurman ist außerdem Teil des Zukunftsrates von Zukunft Neu Denken.

www.postmodular.de

 

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Featured,Gastkommentar,Gestaltbarkeit

Von der Derealisation bis zum blauen Himmel

Gerhard M. Buurman lässt uns einmal mehr an seinen Gedanken teilhaben und schreibt über Derealisation, neue Regeln und das Blaue vom Himmel.

Ich habe oft das Gefühl, dass im Bildungsbereich vorwiegend altes Wissen und somit Vergangenheit vermittelt werden. Zum Teil ist das natürlich notwendig, aber die Zeiten verändern sich so schnell, dass doch der Fokus auf der Welt von Morgen liegen sollte. Wie viel Zukunft steckt also deiner Meinung nach in der Hochschule?
Ich bin nun seit fünfeinhalb Jahren an der Hochschule Ravensburg-Weingarten (kurz RWU), war davor im Lebensmitteleinzelhandel und in der Industrie tätig und im Vergleich dazu kann man das Konstrukt der Hochschule wohl als eher träge bezeichnen. Das liegt unter anderem an sehr langen Entscheidungswegen, die eingehalten werden müssen. In vielen Bereichen sind wir an Ministerien und/oder Bundesländer gekoppelt und Teil eines Beamtenapparats. Manch einer wechselt sogar von der Wirtschaft oder Industrie an die Hochschule oder Universität, weil er diese Art der Langsamkeit sucht. Ein derartiges Umfeld bietet Sicherheit, bremst aber gleichzeitig das System.
Ich selbst habe mich ganz bewusst auf den Weg zur Professur gemacht, weil ich junge Menschen in ihrer persönlichen Weiterentwicklung begleiten möchte. Glücklicherweise habe ich die Möglichkeit, meine Lehrpläne im Rahmen der Vorgaben von den Inhalten frei und großzügig zu gestalten. Auch in der Arbeitsweise habe ich freie Hand; für mich ist diese Freiheit unbezahlbar.

Gibt es denn mehr von „deiner Sorte“? Sprich: Lehrende, die Wandel und somit Zukunft gestalten wollen?
Ja und das ist essenziell, denn wir müssen Wandel forcieren, alleine wegen des demografischen Wandels, den wir als Hochschule im ländlichen Raum besonders spüren. Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Hochschulen und müssen entsprechend Differenzierungsmerkmale aufweisen. Zum Glück also haben immer mehr meiner Kolleginnen und Kollegen den Anspruch, jungen Menschen etwas für die Zukunft mitzugeben. Dafür müssen wir uns allerdings mit den Themen der Zukunft wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Globalisierung usw. eingehend beschäftigen.

Reicht es denn, auf Zukunftsthemen zu setzen, um eine Hochschule der Zukunft zu werden?
Nein. Wir müssen vielmehr die Studiengänge zukunftsfähig gestalten – und zwar sowohl inhaltlich als auch in der Art und Weise wie wir diese Inhalte vermitteln. An der RWU arbeiten wir schon länger an neuen Lernkonzepten, erproben sie im Hochschulalltag und passen sie kontinuierlich an. Interaktion wird beispielsweise immer wichtiger. Freilich kann man mit einer Anfängergruppe von 120 Leuten nicht in einen Dialog treten, wie das in der Kleingruppe möglich ist. Frontalunterricht allerdings, wie er noch vor 20 Jahren gang und gäbe war, gibt es bei mir so gut wie nicht mehr – zum Glück. Außerdem setzen wir sehr stark auf projekt- und praxisbasiertes Lernen mit echten Case Studies, zu denen etwa Mitarbeiter von Firmen zu uns an die Hochschule kommen.

Klingt interessant. Zu meiner Zeit habe ich Case Studies nur auf dem Papier durchgearbeitet.
Bei mir gab’s im Studium eigentlich nur Frontalunterricht. Umso mehr freut es mich, dass die RWU unterschiedliche Kooperationen mit Unternehmen aus Wirtschaft und Industrie hat. Ein Beispiel hierfür ist Dell Technologies: Pro Semester arbeiten bis zu zehn Mitarbeiter mit den Studierenden in Kleingruppen und unterfüttern sozusagen Theorie mit Praxis. Vielfach geht es dabei um Themen, die bei Dell Technologies künftig von Interesse sein werden – etwa die die Frage, welche Aufgaben die Digitalisierung im Pflegedienst künftig leisten wird können und müssen. Immerhin haben wir es bereits heute mit einem Fachkräftemangel zu tun, der ab 2030 so richtig zum Problem wird. Das sind Themen, über die Studierenden nachdenken müssen, denn es braucht dringend adäquate Lösungen. Die Manager von Dell Technologies holen sich von unseren Studierenden über verschiedene Rechercheansätze wertvollen Input, für den im Arbeitsalltag eines Managers schlichtweg die Zeit fehlt. So lassen sie etwa Marktrecherchen durchführen, geben wissenschaftliche Analysen in Auftrag usw. Im Gegenzug profitieren die Studierenden vom enormen Praxiswissen der Dell Coaches. Es ist eine klassische Win-Win Situation für beide Seiten. Und die Ergebnisse lassen sich oft vorzeigen: Auch eine App für digitale Anwendungen wurde im Rahmen dieser Kooperation schon entwickelt.

Mir scheint eine Hochschule sowieso der ideale Ort für Experimentier- und Möglichkeitsräume.
Absolut. Die RWU hat zahlreiche Labore, in denen die Studierenden forschen und praxisnah arbeiten können. Viele Labore sind technischer Natur. Im Bereich Marketing haben wir ein Marketing Insight Excellence Lab, wo das Blickverhalten mittels Eye Tracking erfasst, analysiert und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Fakultätsübergreifend gibt es beispielsweise unser Formula Student Team. Hier konstruieren und fertigen Studierende Rennwagen und nehmen damit jedes Jahr beim weltweit größten Konstruktionswettbewerb für Studierende teil. Bei all diesen Projekten werden aber nicht nur Theorie und praktische Erfahrungen vereint, die jungen Menschen haben auch Spaß. Und das ist besonders wertvoll. Wenn man die Grenzen nicht so eng zieht, wenn also Freude am Lernen erlaubt bzw. gefördert wird, führt das im Endeffekt zu besseren Ergebnissen.
Fachwissen ist wichtig, um verschiedene Sachverhalte miteinander in Verbindung bringen zu können. Genauso wichtig – wenn künftig nicht vielleicht sogar noch wichtiger –, ist kreatives Denken und vor allem das Wissen und Können, wie man kreative Ideen auf den Weg bringen kann. Nicht zuletzt aus diesem Grund spielt Interdisziplinarität an der RWU eine entscheidende Rolle.

Du meinst, weil Interdisziplinarität das Entstehen von Innovation fördert, die ja oft genau dort, nämlich an der Grenze zwischen Disziplinen entstehen?
Ja. Aber auch weil wir viel Wert auf zwischenmenschliche Werte legen. Und diese sind nicht nur für das Leben an der Hochschule nötig, sondern in der „Welt draußen“ mittlerweile unerlässlich. Einer meiner Kollegen ist Psychologe, wodurch wir die Studierenden etwa hinsichtlich Führungsthemen, Resilienz, Mindset usw. ganz anders unterstützen können. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass unsere internationale Ausrichtung wesentlich dazu beiträgt, dass die Studierenden sich gegenüber anderen Kulturkreisen öffnen. Auch das ist notwendig, denn die Welt wächst kontinuierlich zusammen.

Apropos Ausland: Ich habe gelesen, dass ihr beim MBA-Studiengang International Business Management & Sustainability auch Studienreisen macht – und zwar nicht nur „um die Ecke“, sondern bis nach Thailand, Singapur oder Kanada.
Ja, denn für international tätige Führungskräfte ist es entscheidend, über unterschiedliche Kulturen Bescheid zu wissen und interkulturelle Gegebenheiten zu beachten. Daher haben wir diese Studienreisen verpflichtend in den Lehrplan aufgenommen, wobei es für die Studierenden weniger eine Pflicht ist, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Vielmehr nehmen sogar ehemalige Studierende daran teil, unter anderem weil sie wissen, wie wichtig das Netzwerk ist – im International Business eben auf internationaler Ebene.
Neben diesen außereuropäischen Reisen planen wir übrigens im Frühjahr kommenden Jahres eine Reise nach Schweden, um ein Startup zu besuchen, das innovative Verschlüsse auf Naturfaserbasis entwickelt. Und wenn wir schon in Schweden sind, wollen wir uns auch Gemeinden anschauen, bei denen Nachhaltigkeit in einer Art und Weise gelebt wird, von der wir hier nur träumen können. Der Kontakt ist übrigens durch einen ehemaligen Studenten von mir entstanden, der ebendort arbeitet.

Womit wir wieder beim Netzwerk wären. Bei Zukunft Neu Denken nennen wir dieses ja die „Schaltzentrale“ der Plattform. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob jemand bereits über jahrelanges Wissen verfügt oder ganz neu im Feld der Zukunft ist. Wir können alle voneinander lernen und profitieren.
Stimmt. Der Austausch ist so wichtig, denn dabei entstehen neue Ideen. Manche davon sind umsetzbar, andere nicht. Doch darum geht es in erster Linie gar nicht. Stehenbleiben ist Rückschritt. Natürlich verfügen wir Lehrenden über mehr Fachwissen, doch oftmals braucht es eben diesen neuen Blick von außen, den die Studierenden mitbringen. Im Alltag ist das für mich zwar manchmal eine Herausforderung, weil ich meinen Lehrplan immer wieder über den Haufen schmeiße und neu aufstelle. Aber es liegt halt auch in meiner Natur, vorwärts zu denken und die jungen Menschen auf die Zukunft vorzubereiten.

Da bekommt man richtig Lust, wieder zu studieren. Danke für das schöne Gespräch, Barbara!

 

Barbara Niersbach (ganz rechts) und ihr Team (© RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten)

 

Zur Person: Prof. Dr. Barbara Niersbach

… ist Studiendekanin des berufsbegleitenden Master-Studiengangs „International Business Management & Sustainability“ an der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten, Professorin für B2B-Marketing and Sales und Auslandsbeauftrage der Fakultät. Die studierte Dilpom-Kauffrau war zuvor mehrere Jahre im Lebensmitteleinzelhandel und Industriebereich tätig, wo sie – zuerst als Verkaufsleiterin bei der Lidl Waldenburg GmbH & Co.KG und im Anschluss als Marketing Managerin in einem Unternehmen für technische Keramik – in die Welt des B2B-Managements eintauchte. 2016 promovierte die Mutter von zwei Kindern an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Neben ihrer Tätigkeit an der RWU ist Barbara zudem Dozentin im internationalen MBA an der Kempten Professional School of Business & Technology sowie am Management Center Innsbruck und Partner beim Coaching- und Consulting-Unternehmen KAM Experts.

…und übrigens: Klaus Kofler bietet zusammen mit Holger Bramsiepe von unserer Schwesterorganisation Future Design Akademie im Rahmen des Masterstudiengangs „Betriebswirtschaftslehre und Unternehmerisches Handeln“ das Wahlfach Zukunftsdesign an. Dabei lernen die Studierenden Zukunftsdesign als einen organisationalen Gestaltungsprozess verstehen und anwenden.

 

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Gestaltbarkeit,Im Gespräch mit...

Hochschule der Zukunft: Interdisziplinärer Experimentierraum

Prof. Dr. Barbara Niersbach, Studiendekanin MBA-Studiengang International Business Management & Sustainability an der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten (D), will junge Menschen auf die Zukunft vorbereiten. Was das mit Interdisziplinarität, interkulturellem Austausch, Case Studies und Laborarbeit sowie Networking zu tun hat und warum sie sich jedes Jahr auf Reisen begibt.

In vielen, einst rein ländlichen Regionen nimmt die Urbanisierung zu. Neben zunehmend städtischen Gebieten mit Industriezonen, dichter Besiedlung und einem schnell getakteten Leben, gibt es aber nach wie vor ländliche Strukturen: Dorfleben, viele Grünflächen, bäuerliche Bewirtschaftung und ein Alltag, der (noch) Luft zum Durchatmen lässt. Mitunter sind Seen und Berge mit satten Wiesen nicht weit, um sich an den Wochenenden wie im Urlaub zu fühlen. Derartige Gegensätze verleihen einer Region einen besonderen Charakter, bergen aber auch Sprengstoff. Und das obwohl Letzteres nicht sein müsste – oder um es mit den Worten der US-amerikanischen Schriftstellerin Audre Lorde zu sagen: „Es sind nicht unsere Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede anzuerkennen, zu akzeptieren und zu feiern.“ Was, wenn wir Unterschiede als kulturelles Zukunftskapital betrachten und damit ein Kreativzeitalter einläuten würden?

Vielfalt leben

Doch was braucht es, damit wir der Vielfalt nicht nur Beifall zollen, sondern von dieser bunten Fülle auch profitieren können? Fakt ist: Wer sich auf das Trennende fokussiert, läuft Gefahr auseinanderzudriften. Folglich braucht es etwas Übergeordnetes, das uns vereint. So etwas, wie Räume, in denen sich die Menschen in all ihrer Unterschiedlichkeit entwickeln und entfalten können. Räume, die alles zulassen, was an Vielfalt eingebracht wird. Denn je unterschiedlicher die Menschen, umso unterschiedlicher die Möglichkeiten, die sich in diesen Räumen ergeben können. Unterschiede und Vielfalt sind notwendige Treiber. Doch erst durch das Zusammenspiel entstehen auch neue gemeinsame Möglichkeitsräume. Je unterschiedlicher sich diese Räume präsentieren, umso intelligenter, bunter und kreativer können sie werden.
Zukunft findet in solch kreativen Möglichkeitsräumen statt. Wenn wir an das Morgen denken und es gestalten wollen, spielt es daher eine entscheidende Rolle, dass wir all diese Unterschiede zulassen – seien es die Charakteristika der einzelnen Subregionen, seien es die Besonderheiten von Städten und Gemeinden, seien es die verschiedenen Unternehmen und Geschäfte, seien es die Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Verantwortung übernehmen

Doch in einem Kreativzeitalter sind Räume bzw. Regionen nicht die einzige Gemeinsamkeit, die uns Menschen mitsamt unserer Vielfalt verbindet. Sie sind nur das, was schon vorhanden ist. Für gemeinsame Zukunftsbilder benötigen wir zudem ein kollektives Mind-Set. Kein Einheitsbrei, bei dem alle Unterschiede in einen Topf geworfen werden, um daraus eine scheinbare Einstimmigkeit und Eintönigkeit zu brauen.

Ein Kreativzeitalter braucht ein übergeordnetes Mind-Set, das Kreativität mit all seinen Facetten nicht nur zulässt, sondern sogar forciert. So kann aus Unterschiedlichkeit eine neue Form der Gemeinsamkeit entstehen.

Dabei sollten wir uns allerdings im Klaren sein, dass wir Verantwortung übernehmen müssen – für das eigene Leben, aber auch für die Mitmenschen und die jeweilige Region, in der wir leben. So braucht es beispielsweise eine funktionierende regionale Kreislaufwirtschaft, zu der jeder beitragen muss, da sie zum einen auf der Wiederverwertung von Produkten sowie Rohstoffen und zum anderen auf natürlichen Ressourcen und deren regenerativer Kapazität basiert. Ebenso braucht es Unternehmer, die neue Arbeitsmodelle schaffen und ihren Mitarbeitern dadurch auch Möglichkeiten eröffnen, sich beruflich und privat weiterzuentwickeln. Wir brauchen Landwirte, Senner und Künstler, IT-Spezialisten, Consulter und Menschen im Gesundheitswesen, altes Handwerk und neue Ideen, innovative Gastronomen, Dienstleister mit Engagement und Fachgeschäfte mit Leidenschaft. Dafür braucht es aber auch Menschen, die regional einkaufen und konsumieren und sich als Teil dieser Verantwortung sehen. Es braucht Städte mit eigenen Identitäten, mit denen sich die Bürger identifizieren können. Und es ist Aufgabe ebendieser Städte, soziale Begegnungen zu ermöglichen – in Form von öffentlichen Plätzen, einem umfassenden Bildungsangebot oder im Rahmen breiter und blühender kultureller Programme. Wenn Kommunikation und Kreativität stattfinden kann, können sich Menschen und Regionen entfalten. Dann wird Regionalität zu einem echten Alleinstellungsmerkmal und kann der Globalisierung tatsächlich die Stirn bieten.

 

Kreativzeitalter: Neue Sicht der Dinge

Wir werden unsere Regionen nur dann attraktiv und erfolgreich in die Zukunft führen, wenn wir einerseits eine gemeinsame wirtschaftliche, soziale und ökologisch nachhaltige Basis haben und andererseits die menschliche Komponente nicht außer Acht lassen. Und dafür brauchen wir Menschen, die als Denker, Lenker und Gestalter mitwirken wollen – von mutigen politischen Entscheidern bis hin zum verantwortungsbewussten Bürger.
Zukunft neu zu denken, bedeutet nicht, alte Traditionen über Bord zu werfen. Im Gegenteil. Nur wenn wir wissen, wo unsere Heimat ist, in der wir verwurzelt sind, schaffen wir außerdem einen tieferen Bezug im Sinne unserer Zukunftsbilder. Gerade deshalb wäre es wohl an der Zeit, eine neue Sicht auf die Dinge zu entwickeln, Begriffe wie Tradition, Wurzeln oder Heimat neu zu definieren. Auch Wachstum gehört von seiner über all die Jahre gewachsenen Auslegung entkoppelt: weg von der Fixierung auf Umsatz- und Gewinnsteigerung, hin zur persönlichen Entfaltung. Weg vom Bruttoinlandsprodukt hin zum kreativen Möglichkeitsraum, in dem die Menschen neues Wissen generieren und sich persönlich und gesellschaftlich weiterentwickeln können. Wir werden Regionen nur dann in die Zukunft führen können, wenn wir den Switch vom Industriezeitalter hin zu einem Kreativzeitalter schaffen und sich dadurch eine neue Wirtschaftslandschaft verbunden mit einer anderen Lebensweise entfalten kann.

Kreative Kultur

Wenn wir es schaffen, als Gemeinschaft eine gemeinsame neue Vision zu entwickeln, wohin wir aufbrechen und wie wir in Zukunft leben wollen, werden wir auch in der Lage sein, jene Zukünfte zu bauen, die wir dafür brauchen. Wenn wir überregionale, kreative Gestaltungsspielräume eröffnen, in denen gerade die Unterschiedlichkeit eine neue Gemeinsamkeit schafft, die sich gegenseitig beeinflusst und verstärkt, wird uns die ganze Welt offenstehen. Kurz und gut: Wenn wir Zukunft neu denken und sie nicht nur aus der eigenen, sondern aus einer gemeinsamen und übergeordneten Perspektive betrachten, wird uns das Morgen Möglichkeiten offenbaren, die wir uns heute noch nicht einmal erträumen können.

 

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Christiane Mähr,Klaus Kofler,Transformation

Da liegt was in der Luft: Auf ins Kreativzeitalter

Wenn wir über das Morgen nachdenken, sollten wir uns weniger fragen, was die Zukunft bringt. Vielmehr geht es doch darum, welche Zukünfte eine Region realisieren kann. Und was es dazu braucht.