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Die Politikverdrossenheit ist so groß wie nie zuvor und wird durch das Tun bzw. Nicht-Tun der Politik sogar befeuert. Wie sieht das der Bürgermeister einer 2.000-Seelen-Gemeinde im Bregenzerwald?
Grundsätzlich muss man unterscheiden, was für eine Form von Politik und auf welcher Ebene man diese betreibt. Meiner Meinung nach machen wir hier in Hittisau vor allem Gemeindearbeit und weniger Politik. Politikverdrossenheit wächst allerdings von ganz oben nach unten und somit ist sie auch bei uns in der Gemeinde zu spüren. Und es ist durchaus verständlich, dass die Bürger müde sind von der vorherrschenden Diskussionskultur in der Politik auf Bundes- und Landesebene. Andererseits muss man sagen, dass viele gar nicht mehr wissen, wie Demokratie funktioniert. Als ich zur Schule gegangen bin, gab es noch das Fach „Politische Bildung“. Diese Bildung vermisse ich inzwischen bei vielen Menschen.

Bei mir war es Teil des Geschichtsunterrichts und meinem Professor lag sehr daran, dieses Wissen zu vermitteln. Wir können hier keinen Crash-Kurs machen, aber was ist im Hinblick auf das demokratische Prinzip deiner Meinung nach entscheidend?
Demokratie setzt ein gewisses Sozialverhalten voraus. Mit dem Egoismus, den die Menschen heutzutage oft an den Tag legen, ist das leider nicht möglich. Nur über diejenigen zu schimpfen, die bereit sind, politische Verantwortung zu übernehmen, bringt uns nicht weiter. Gerade die Arbeit in einer Gemeinde umfasst unzählige Bereiche, die den Bürgern als selbstverständlich erscheinen, die aber dennoch erst einmal bewerkstelligt werden müssen. Und dafür braucht es im Vorfeld eben oft Entscheidungen in verschiedenen politischen Gremien in der Gemeindevertretung.
Mit zwei unabhängigen Fraktionen haben wir in Hittisau eine recht spezielle Konstellation. Und obwohl es nicht um Parteiinteressen geht, erleben wir immer wieder recht angespannte Situationen. Bei uns geht es immer darum, inhaltlich zu überzeugen und schlussendlich ein Miteinander zu finden. Das macht es nicht leicht, aber spannend. Von „kommunaler Intelligenz“ zu sprechen und dies auch zu verstehen sind zweierlei. Verantwortung für die Allgemeinheit und die nächsten Generationen zu übernehmen ist schlussendlich entscheidend. Eine große Persönlichkeit hat sinngemäß einmal erwähnt: Demokratie ist nicht die perfekte Staatsform, doch es gibt bis dato nichts Besseres.

Oder um es mit Winston Churchills Worten zu sagen: „Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.“
Genau. Und hin und wieder braucht es auch in der Politik falsche Entscheidungen, daraus kann – oder könnte man lernen. Wenn der Mensch nie experimentiert hätte, würden wir heute noch auf allen Vieren laufen.

Entscheidungen – ob sie schlussendlich richtig oder falsch sind – hängen eng mit Gestaltungsmöglichkeiten zusammen. Wie viele hat ein Bürgermeister tatsächlich und mit welchen Grenzen hat man zu kämpfen?
Spannend, dass du von Grenzen sprichst. Ich selbst möchte nämlich Grenzen nie als solche akzeptieren. Oder sagen wir so: Natürlich gibt es Grenzen, aber dann muss man halt einen neuen Weg suchen. Und den gibt es immer. So, wie viele Wege nach Rom führen, führen viele Wege zur Umsetzung einer Vision. Das kann mühsam sein, doch es funktioniert. In den über sieben Jahren, in denen ich Bürgermeister von Hittisau bin, ist uns sehr viel gelungen, was wir uns als Vision gesetzt haben. Oft hat es länger gedauert, als wir dachten. Das Ziel haben wir dennoch meist erreicht.
Abgesehen davon bin ich überzeugt, dass die Welt nicht an den Grenzen einer Gemeinde aufhört. Soll heißen: Die Region ist wichtig, sie ist das Fundament für eine starke Gemeinde. Und im Bregenzerwald leben wir das sehr gut. Dadurch haben wir auch einen nicht zu verachtenden Einfluss, wenn uns doch mal Grenzen aufgezeigt werden wollen.

Ist das denn oft der Fall?
Nun, man muss schon sagen, dass die Überreglementierung zum Teil ein unerträgliches Ausmaß annimmt – um nicht zu sagen: wir verwalten uns zu Tode. Allerdings muss man dann halt mit den Verantwortlichen darüber reden und Gegenvorschläge unterbreiten. Schlussendlich haben wir viele Dinge erreicht, von denen wir im Vorfeld nicht einmal geträumt haben, sie umsetzen zu können.
Übrigens: Gerade im Hinblick auf gemeinwohlorientiere Angelegenheiten sind nicht alle Grenzen, die etwa vonseiten der Raumplanung oder des Naturschutzes gesetzt werden, lästig. Soll heißen: Wenn wir diese unglaubliche Kulturlandschaft erhalten wollen, die wir hier in Vorarlberg haben, dann müssen Einzelinteressen auch hin und wieder Grenzen gesetzt werden.

Hittisau Denk.Mal (© Gemeinde Hittisau)
Ein Platz zum Nachdenken und Diskutieren: Denk.Mal (© Gemeinde Hittisau)

Du meinst, dass beispielsweise nicht mehr jeder ein Einfamilienhaus bauen darf.
Wir müssen uns die Frage erlauben, ob es noch zeitgemäß und sinnvoll ist, ein Einfamilienhaus zu bauen. Widmungsreserven lassen den Traum vom Einfamilienhaus nach wie vor zu, ob dies dem Sinne von sparsamem Umgang mit Grund und Boden entspricht, vor allem an die nächsten Generationen gedacht wird, sei dahingestellt. Die Basis unserer Lebensqualität ist nicht, dass wir gut und viel verdienen. Es ist eben unsere Kulturlandschaft und diese braucht Freiräume – sowohl in Form von freien Flächen, als auch als Dritte Orte. In Hittisau haben wir etwa den Platz „Denk.Mal“ geschaffen, der einerseits zum Nachdenken, anderseits zum Diskurs einladen soll. Es ist die Aufgabe der Bürgermeister und Gemeindevertreter, eine Basis für ein gutes Leben zu schaffen. Orte und Regionen mit guten Jobmöglichkeiten – vor allem für junge Familien und berufstätige Mütter –, besten Bildungseinrichtungen und einem guten Mobilitäts- und Konsumangebot. Bevor gebaut wird, muss die Infrastruktur vorhanden sein. Andernfalls haben wir „Schlaforte“, wo die Menschen nur schlafen, ansonsten aber keine Zeit verbringen können und wollen.

Ist es denn wünschenswert, dass eine Gemeinde ständig wächst?
Diese Frage können wir uns gar nicht stellen, denn es passiert sowieso. Zum einen gibt es noch viel Bauland, viel mindergenutzte Wohnflächen und Leerstand. Zum anderen haben wir eine entsprechende demografische Entwicklung und auch Zuwanderung. Im Hinblick auf Letztere braucht es allerdings Integration. Bei der Flüchtlingskrise 2015/2016 hat Hittisau vorarlbergweit im Verhältnis am meisten Flüchtlinge aufgenommen. Für uns war klar, dass wir alles tun müssen, die Menschen bestmöglich zu integrieren. Im Gegenzug braucht es selbstverständlich den Willen, sich zu integrieren. Ich weiß das aus eigener Erfahrung, denn ich bin selbst ein „Zuagraster“. Selbst wenn ich nur aus Dornbirn gekommen bin, werde ich immer ein „Zwei-Heimischer“ bleiben und nie zum Einheimischen werden. Wäldar ka nüd jedar sin…

Sind von den damaligen Flüchtlingen auch viele „zwei-heimisch“ geworden?
Ja, etliche sind geblieben. Insbesondere die Jungen haben gute Ausbildungen absolviert und sind in der Gemeinde bzw. in den Vereinen gut integriert.

Du hast schon einige Aufgaben angesprochen, die künftig gemeistert werden müssen. Welche davon sind im Hinblick auf das Gemeinwohl am wichtigsten bzw. am dringendsten?
Ich bin davon überzeugt, dass es in unserer Verantwortung liegt, den Kindern ein gutes Umfeld und beste Bildungseinrichtungen mit den bestmöglichen Pädagogen bereit zu stellen. Genauso brauchen wir Einrichtungen, in denen die Menschen in Würde alt werden können. Und das alles muss allen Menschen zur Verfügung stehen, egal aus welchen Strukturen sie kommen. Niemand darf auf der Strecke bleiben. Jede Familie muss die Möglichkeit haben, ihr Kind bzw. ihre Kinder so früh wie möglich in die die „Spielgruppe“ bzw. Kleinkindbetreuungseinrichtung zu bringen, sodass sie möglichst früh, Sozialkompetenz erlernen können. Das nämlich ist die Basis, damit sie zu Menschen heranwachsen, die Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen übernehmen. Exzellente Bildung kann Motivation und Freude erzeugen.

Vielen Dank, Gerhard. Schön, dass es Bürgermeister wie dich noch gibt.

 

Bürgermeister von Hittisau Gerhard Beer ((© Gemeinde Hittisau)

Zur Person: Gerhard Beer

…ist parteifreier Bürgermeister von Hittisau und leidenschaftlicher Gastwirt im Betrieb seiner Frau Daniela. Der gelernte Kaufmann stammt eigentlich aus Dornbirn, wo er als Bediensteter im Rathaus erste Erfahrungen in der Kommunalarbeit sammelte. In die Politik wollte er trotzdem – zumindest nicht sofort. Der Liebe wegen zog er nach Hittisau, wurde Gemeindesekretär und -kassier, übernahm Leitungsfunktionen in verschiedenen Pflegeheimen, war Filialeiter einer regionalen Bankstelle und verkaufte außerdem in Deutschland – vorwiegend in Berlin – als selbstständiger Handelstreibender Lebensmittelspezialitäten aus dem Bregenzerwald. Anfang der 2000er-Jahre rückte der Vater von zwei mittlerweile jungen erwachsenen Kindern aufgrund eines Todesfalls in die Gemeindevertretung nach, blieb dort ein knappes Jahrzehnt, legte dann eine – Zitat – „politische Schaffenspause“ ein, bevor er 2015 von der Gemeindevertretung zum Bürgermeister gewählt wurde.
www.hittisau.at

 

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weiter neu denken

2.562 Menschen starben 2021 auf Deutschlands Straßen, in Österreich waren es 359. In den meisten Fällen sind diese auf nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit, Unachtsamkeit bzw. Ablenkung und Vorrangverletzung zurückzuführen. Mit anderen Worten: Verkehrsunfälle haben meist eines gemeinsam – nämlich menschliches Fehlverhalten. Und das lässt sich ändern. Schon durch das Einhalten von Tempolimits und sonstigen Vorschriften sowie durch kontrolliertes und achtsames Fahren könnte dazu beigetragen werden, dass sich die Zahl der Verletzten und Toten im Straßenverkehr deutlich reduziert. Und nicht zuletzt könnte jeder einzelne für die eigene Sicherheit sorgen. Denn Tatsache ist: Hinter jedem Steuer stecken Menschen und Geschichten.

Crash-Kurs

In der Verkehrspolitik spielt das Thema Verkehrssicherheit europaweit eine wichtige Rolle. So wurden beispielsweise Maßnahmen festgelegt, um bereits bei der Fahrzeugherstellung besonders gefährliche Stoffe zu vermeiden und die Wiederverwendung sowie Verwertung von Fahrzeugen mit Totalschaden und deren Bauteile zu intensivieren. Ein von der Versicherung festgestellter (wirtschaftlicher) Totalschaden bedeutet also nicht automatisch, dass das Fahrzeug Schrott ist. Schließlich besteht ein Auto aus rund 10.000 Einzelteilen, die von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind. Universal-Teile gibt es nicht, was ein Crash-Fahrzeug in gewisser Weise zum begehrten Ersatzteillager macht. Das am häufigsten ausgebaute Ersatzteil, bevor ein Auto verschrottet wird, ist übrigens der Katalysator, in dem sich unter anderem seltene Metalle befinden.

Eine Frage der Mobilität

Die Frage aber ist nicht nur, was passiert mit geschredderten Fahrzeugteilen – die werden sortiert und weiterverarbeitet. Sondern auch: Was passiert mit dem Menschen, der hinter dem Steuer gesessen hat – egal, ob sein Auto aufgrund eines Unfalls auf dem Schrottplatz gelandet ist oder schlichtweg, weil es nicht mehr zugelassen werden konnte? Steht das neue, noch größere, noch schnellere, noch bessere Fahrzeug bereits in der Garage? Oder setzt man auf einen kleineren Straßenflitzer, auf E-, Hybrid- oder eine andere Alternative? Oder kommt man sogar ohne Auto durchs Leben? Steigt man möglicherweise auf ein motorisiertes Zweirad um oder tritt man gar in die Pedale? Und wie schaut es mit den Öffis aus?
Um all die Fragen auf einen Punkt zu bringen: Was braucht es, damit Mobilität in Zukunft anders gedacht wird bzw. werden kann?

 

Über den Fotografen

Die Bilder wurden von Bence Szalai aufgenommen. Der Fotograf und Filmemacher möchte den Blick des Betrachters auf die Details lenken. Er sieht seine Arbeit als das Radio, den Schallplattenspieler oder den Lautsprecher, über den die Musik abgespielt bzw. gehört wird und dessen Qualität das Hörerlebnis maßgeblich beeinflusst.
www.rnbpictures.com

 

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Disconnect,Featured,Fotostrecke

Nur ein Kratzer: Mobilität nach dem Schrottplatz

Hinter jedem Steuer steckt eine Geschichte. Warum ein Crash-Car mehr als nur Schrott ist und wieso wir Mobilität neu denken sollten. Eine Fotostrecke von Bence Szalai.

Im Kreuzworträtsel hat das Vertrauen in die Zukunft acht, manchmal zehn Buchstaben. Im echten Leben benötigen wir dafür wesentlich mehr Buchstaben. Und immer öfter fehlen uns die Worte, wenn es darum geht, vertrauensvoll in die Welt von morgen zu schauen. Das zeigte etwa eine im Frühjahr 2022 vom SORA-Institut durchgeführte Umfrage unter rund 24.000 jungen Österreichern zwischen 16 und 25 Jahren. Diese nämlich ergab, dass es nicht gerade zum Besten steht mit dem Vertrauen in die Zukunft. Vor allem der Krieg in der Ukraine (84 %) bereitet der Generation Z Sorgen, aber auch der Klimawandel (67 %), die immer breiter werdende Schere zwischen Arm und Reich (59 %) sowie Pandemie und Wirtschaftskrise (jeweils 55 %). Dass dabei nur wenig Vertrauen in die Zukunft aufkommt, habe laut Umfrage insbesondere damit zu tun, dass wir bei den großen Zukunftsthemen – von der zunehmenden ökonomischen Ungleichheit über den Klimawandel bis hin zur Pflegeproblematik, Energiewende und Bildung – schlecht unterwegs sind. Wobei mit „wir“ eigentlich die Politik gemeint ist, denn diese handle schon seit Jahren zu kurzfristig und zu populistisch, sind 88 % der Befragten überzeugt.
Dass auch andere Generationen – ob Y, X, Babyboomer oder wie sie sonst noch so heißen – eher misstrauisch in Richtung Zukunft schielen, bedarf wohl keiner weiteren Umfragen. Doch wäre es zu kurz gedacht, den politischen Entscheidungsträgern den schwarzen Peter zuzuschieben, sich zurückzulehnen und abwartend Däumchen zu drehen. Zum einen, weil es nicht so ausschaut, als würde sich die Politik alsbald und voller Tatendrang um die anstehenden Herausforderungen bemühen. Und zum anderen ist es nicht nur Aufgabe der Politik, sich um Lösungen für die aktuellen Probleme zu bemühen. Dessen sind sich die Jungen übrigens durchaus bewusst: So sind 71 % der Meinung, dass wir alle unseren Lebensstil verändern müssen, um beispielsweise den Klimawandel zu bekämpfen.

Es liegt an uns selbst

Dass wir das Ruder selbst herumreißen, Verantwortung übernehmen und mutig (voran)gehen können, stimmt positiv – zumindest mich. Eine entscheidende Rolle spielt dabei allerdings das Vertrauen. Dieses sorgt nämlich unter anderem dafür, dass wir uns wohlfühlen und zuversichtlich sind. Was aber, wenn man sich eben hinsichtlich der Zukunft mit dem Vertrauen schwertut? Wie soll man Zuversicht schöpfen, wenn einen nur mehr Sorgen und Ängste plagen? Wie soll man sich wohlfühlen, wenn sich alles nur noch schlecht anfühlt?
Was das Wohlbefinden angeht, sollten wir wissen, dass dieses weniger mit dem zusammenhängt, was kommt, als vielmehr mit dem, was ist und was war – also mit den aktuellen Erlebnissen sowie mit unseren Erinnerungen. In seinem Weltbestseller „Thinking, Fast and Slow“ beschreibt der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahnemann unter anderem das Konzept der zwei Selbste: So haben wir ein erlebendes Selbst, das sich andauernd mit der Frage beschäftigt: „Fühle ich mich gerade wohl oder tut es weh?“ und zugleich ein erinnerndes Selbst, dass die Frage beantwortet: „Wie war es im Großen und Ganzen?“ Kahnemann ist mittlerweile davon überzeugt, dass das eigene Wohlbefinden nicht nur damit zu tun hat, wie es uns mit dem, was wir gerade erleben, geht, sondern dass wir immer auch Urteile und Bewertungen über das bereits Erlebte einfließen lassen. Oder um es mit seinen Worten zu sagen:

„Wir müssen uns mit der Komplexität einer hybriden Sichtweise abfinden, bei der das Wohlbefinden beider Selbste berücksichtigt wird.“

Gehe ich nun davon aus, dass mein Wohlbefinden in der Zukunft sowohl davon abhängt, was ich in Zukunft erleben werde, als auch davon, was ich in der Vergangenheit erlebt habe, dann sollten wir doch alles daransetzen, heute schon positive Erinnerungen zu schaffen, sodass wir morgen eine Welt haben, in der wir uns wohlfühlen können.

Vertrauen lernen

Soweit so gut. Um das Vertrauen in die Zukunft steht es trotzdem noch nicht besser bestellt? Das mag daran liegen, dass wir in die Zukunft gar nicht vertrauen können. Nicht, weil sie sich chaotisch, alles andere als planbar und sicher präsentiert, uns im Gegenteil Rätsel aufgibt und die eine oder andere Sorgenfalte beschert. Das ist eine Tatsache, die wir akzeptieren und mit der wir leben müssen. Der Grund, warum wir der Zukunft nicht vertrauen können, ist, dass Vertrauen immer mit Menschen zu tun hat – mit uns selbst und mit unseren Mitmenschen, vom engsten Familienkreis über entfernt Bekannte bis hin zur Gesellschaft generell. Sowohl das Selbst- als auch das Vertrauen gegenüber anderen ist eng mit Erfahrungswerten verbunden. So haben wir beispielsweise schon früh gelernt, ob wir auf uns selbst und unseren Fähigkeiten und/oder auf andere Menschen bauen können. Vertrauen ist folglich eine erlernte Entscheidung. Und das ist gut, denn somit liegt es erstens an uns, ob wir vertrauen oder nicht. Und zweitens können wir es wieder lernen – sofern uns das Vertrauen abhandengekommen ist.

Hoffnungsvoll ins Morgen

Wenn wir vom Vertrauen in die Zukunft sprechen, geht es also darum, den eigenen Fähigkeiten als auch anderen Menschen zu vertrauen und darauf, dass man gemeinsam den Weg meistern wird. Es gilt, (wieder) Zuversicht zu erlangen und sich beim Gedanken an die Welt von morgen wohl zu fühlen. Das lässt die Hoffnung auf eine gute Zukunft immer noch nicht wachsen, schließlich – so das allgemeine „Totschlagargument“ – weiß niemand, was kommen wird. Befasst man sich aber genauer mit dem Thema Vertrauen, schaut die Sache anders aus.
Der deutsche Philosoph und Soziologe Georg Simmel (1858-1918) beschrieb Vertrauen als einen Zustand zwischen Wissen und Nichtwissen, eine „Hypothese künftigen Verhaltens“, auf die wir konkretes Handeln gründen. Wer vertraut, geht also bewusst und im guten Glauben davon aus, dass man selbst und/oder die Mitmenschen sich so oder so verhalten und dass sich in der Folge eine Sache so entwickelt, wie es versprochen wurde oder wie man es erhofft hat. Ob diese dann tatsächlich so eintritt, ist eine andere Sache und für den ersten vertrauensvollen Schritt gar nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass wir Vertrauen als ein reißfestes Band begreifen, an dem wir uns auf dem Weg ins Neue, Unbekannte – oder eben in die Zukunft – anhalten und orientieren können, sogar dann, wenn Umstände (noch) unsicher erscheinen. Genauso aber sollten wir uns auch darüber im Klaren sein, dass sich Vertrauen ungeheuer schnell und durch kleinste Dinge zerstören lässt.

Was und wen bringst du mit?

Inwiefern wir anderen Menschen vertrauen (können), ist freilich so eine Sache. Doch uns selbst können oder vielmehr müssen wir auf jeden Fall vertrauen. Mit Blick in die Zukunft bedeutet das, sich seiner Fähigkeiten und Begabungen, seiner Charaktereigenschaften, seiner Werte und Haltungen bewusst zu werden. Diese sind sozusagen die Werkzeuge, die uns helfen, Situationen im Jetzt, aber auch im Morgen zu meistern und anstehende Aufgaben zu lösen.
Also: Über welche Fähigkeiten und Kompetenzen verfügst du? Was kannst du gut? Was kannst du, was viele andere nicht (so gut) können? Welche Kenntnisse und Leidenschaften treiben dich an? Worüber möchtest du immer mehr wissen? Was weckt deine Neugier, deinen Wissensdrang? Womit beschäftigst du dich intensiv – mehr als die meisten Menschen? Welche Werte vertrittst du? Welche Werte sind dir wichtig? Was gibt deinem Leben Sinn und Richtung? Welche Stärke macht dich aus, für welche Tugend stehst du, welche besondere Eigenschaft verkörperst du?
Neben all dem, was wir selbst mitbringen, kommt es auf Beziehungen, auf Gruppen und Gemeinschaften an, denen wir angehören. Womit wir wieder bei den Mitmenschen wären. Denn Tatsache ist: Gemeinsam können wir besser für unsere Interessen eintreten, uns gegenseitig motivieren und uns durch gegenseitiges Vertrauen stärken. Spätestens dann kennen wir des (Kreuzwort-)Rätsels Lösung und wissen, dass „Vertrauen in die Zukunft“ Hoffnung oder Zuversicht oder noch besser beides zusammen bedeutet.

 

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Christiane Mähr,Vertrauen

Vertrauen wir uns mal selbst – dann der Zukunft

Warum wir gar nicht in die Zukunft vertrauen können, was das mit Ängsten und Sorgen, Erinnerungen und Erlebnissen zu tun hat und warum wir es selbst in der Hand haben, mutig in die Zukunft zu gehen und dabei andere an der Hand nehmen sollten.

Dein neues Buch heißt „Medizin verändern“. Sollten sich nicht auch die Menschen verändern – im Sinne von „Gesundheit neu denken“ und Eigenverantwortung übernehmen?
Ich habe ja schon vor Jahren „Den kleinen Medicus“ bewusst als Abenteuergeschichte geschrieben – in dem Verständnis, dass jeder von uns ein kleiner Medicus, eine kleine Medica ist. Und es ist mein grundsätzlicher Ansatz, dass wir Menschen als Patienten diejenigen sind, die am besten wissen, wo der Schuh drückt, was uns die Beine wegzieht, was uns Magenschmerzen bereitet, was uns Angst macht. Ärzte und Therapeuten sind Gehilfen, Medikamente, Operationen und medizinische Geräte sind Hilfsmittel. Medizin verändern bedeutet also einerseits das System zu verändern. Andererseits sind wir das eben selbst und so braucht es Selbstwahrnehmung, Selbstgestaltung und Offenheit gegenüber anderen Menschen, aber auch dem System gegenüber. Wir Menschen sind somit mittendrin in der Medizin und Teil eines Systems, das wir mitgestalten. Wir nehmen es allerdings nicht so wahr.

Und leider geben viele die Verantwortung ab, sobald sie eine Praxis, ein Krankenhaus betreten.
Ja, wir „hängen“ uns sozusagen „an der Garderobe ab“. Wir glauben sogar, dass eine Vorsorgemedizin, die Prävention, in unserer medizinischen Versorgung und den Gesundheitssystemen weltweit bereits praktiziert wird, weil es immer wieder Tenor von politischen Ankündigungen ist. Wenn man allerdings schaut, welche medizinischen Systeme vorsorgend arbeiten, muss man ganz weit zurückgehen und landet etwa bei den alten Chinesen. Dort wurde ein guter Arzt dafür bezahlt, Krankheiten zu verhindern, ein schlechter Arzt wurde nicht mehr bezahlt und entlassen. Dieses geschichtliche Wissen unserer Vorfahren tragen wir eigentlich in uns und somit auch in die Medizin hinein. Nur leider hat kaum jemand mehr dieses Verständnis. Oder wir haben es vergessen und kümmern uns immer mehr um Kosten und Einsparungen.

Heilung braucht folglich immer das Wechselspiel zwischen Arzt und Patient.
Mein Credo ist: Die Medizin der Zukunft ist eine Medizin auf Augenhöhe zwischen Arzt bzw. Therapeut und Patient. Das Zweite ist: Zuhören und verstehen, dass man ganz viel vom Patienten lernen kann. Ich habe in meiner mittlerweile über 40-jährigen Praxis so viel von meinen Patienten gelernt. Wenn ich zuhöre, erfahre ich, welche „Laus dem Patienten über die Leber gelaufen ist“, wie er sein Leben lebt, warum er traurig ist, wie sich seine Schmerzen zeigen, und wie er sich möglicherweise mit ganz anderen Methoden selbst heilt als diejenigen, die ich bisher kennengelernt habe. Jeder Mensch ist individuell, aber nur wenn ich mit ihm spreche, erfahre ich das.

Die Ärzte müssten also aus dem System ausbrechen und sich die Zeit nehmen.
Ja, wir müssen uns Wege schaffen, wie wir aus dieser Falle wieder herauskommen. Ich hatte das seinerzeit für meine Institute derart gelöst, dass ich schon vor gut 20 Jahren mit den Kassen eine Paketlösung bei der Behandlung von Rückenbeschwerden ausgehandelt habe. Darin ist immer ein langes Erstgespräch inbegriffen. Das ist nicht von heute auf morgen passiert, hat mich viel Energie gekostet, aber es hat funktioniert und funktioniert nach wie vor – auch in den aktuell bestehenden Systemen, die ja verständlicherweise alle auf Einnahmen angewiesen sind. Doch dazu braucht es halt ebenso Wertschätzung und zwar auf allen Seiten.

Um noch einmal auf die Eigenverantwortung zu kommen: Wie kann den Menschen klar gemacht werden, dass sie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich sind? Ich glaube nämlich, dass sich viele dagegen wehren und doch lieber dem „Gott in Weiß“ die Heilung überlassen.
Auf zwei Ebenen. Einerseits muss die medizinische Ausbildung erweitert werden – um die Aspekte der Psychosomatik, der seelischen Gesundheit, aber auch der Naturheilkunde, ebenso der High-Tech und Umweltmedizin und um das Pro und Kontra der verschiedenen Ansätze. Außerdem sollte sich jeder angehende Mediziner ehrlich die Frage beantworten: Warum mache ich Medizin? Welche Bedeutung hat Medizin für mich, das Leben und das Wohlbefinden – in der Medizin sollte es nämlich vor allem um Wohlbefinden gehen. Nicht jeder ist oder wird gesund. Denn chronisch kranke Menschen etwa möchten sich genauso wohlfühlen. Weiters müssen wir uns von Anfang an damit beschäftigen und inhaltlich auseinandersetzen, dass der Tod zum Leben gehört und uns folglich auch mit Spiritualität bzw. philosophischen, teils theologischen Fragen beschäftigen.
Auf der anderen Seite braucht es eine Auseinandersetzung mit der Frage: Mit welcher Haltung gehe ich auf denjenigen zu, der von mir Hilfe erwartet? Das hat mit Humanismus zu tun und damit, wie ich dem Leben und der Gesellschaft, den Menschen und der Natur gegenüberstehe. Dann kann ich den Patienten auch zur Eigenverantwortung, zum lebenslangen Lernen und Selbsthilfe motivieren. Eigenverantwortung, individuelle Medizin? Das wäre es! Aber zurzeit existiert das hierarchische System – oben der Arzt, unten der Patient. Und daher passiert nichts.

„Eigenverantwortung auf Rezept“ bzw. medizinische Anweisung sozusagen.
Stimmt. Ich fordere deshalb auch die Schulen schon seit fast 30 Jahren auf, Kinder und Jugendliche zu Gesundheitsbotschaftern auszubilden. Ich habe mit meiner Stiftung viele Projekte zur Prävention von Krankheiten und zur Gesundheitsförderung unterstützt, wobei sich viele davon speziell an Kinder und Jugendliche gerichtet haben. In meinen Augen nämlich ist es unglaublich wichtig, dass Kinder von klein an ein Gesundheitswissen haben, dass sie sich selbst kennenlernen, das Verhältnis von Körper und Seele verinnerlichen, dass sie wissen, welche Hausmittel ihnen zur Verfügung stehen und wie sie diese anwenden können – in der Vorsorge sowie in der Heilung. Welche Rolle spielt Kamillentee, aber genauso was sind Antibiotika und worauf muss man dabei achten? Was mache ich um mein Immunsystem zu stärken? Was können Bewegung und Sport bewirken – von der Aktivierung des Stoffwechsels bis hin zum Abbau von Aggressionen?
Also eigentlich sind die Methoden einfach – wirklich. Gesundheitsbildung ist in meinen Augen auch ein wesentlicher Teil der Zukunft der Medizin. Aber doch so schwer.

Weil die Menschen halt im gelernten System stecken.
Du hast das ja in einem Artikel so schön geschrieben: Man will nicht aus der Höhle heraus.

In deinem neuen Buch beschreibst du einige neue, mutige Wege, die die Medizin einschlagen muss, um zukunftsfähig zu bleiben bzw. zu werden. Welche davon sind die für dich wichtigsten?
Wollen wir eine Medizin auf Augenhöhe, die auf Vertrauen setzt, dann muss die Ärzteschaft von den Patienten und vor allem vom Pflegepersonal lernen. Krankenschwestern nämlich sind nah am Menschen dran und haben in den meisten Fällen auch aus diesem Grund ihren Beruf gewählt: Weil sie sich den Menschen emotional nah fühlen und weil sie wissen, dass sie heilsam sein können. Bei der Ärzteschaft ist das leider nicht immer der Fall. Überspitzt könnte man sagen: Die mit guten Schulabschlüssen werden Ärzte, obwohl sie es oft nicht aus einer inneren Haltung heraus machen, die aber ist gerade in der Medizin so unglaublich wichtig. Ich habe in meinem Berufsleben schon so viel vom Pflegepersonal gelernt und habe über sie sehr viel von meinen Patienten erfahren.

Das Pflegepersonal könnte ja das Sprachrohr sein – für Patienten und für Ärzte.
Ich plädiere schon lange für ein System, das die Hausarztpraxen stärkt und die dort tätigen Personen zu Co-Piloten und Gesundheitsmanager macht. Die Hausärzte agieren darin auch als Präventologen und stärken die Menschen somit in Vorsorge und Eigenverantwortung. Außerdem braucht es in jeder Praxis eine Krankenschwester bzw. einen Pfleger, die oder der die Brücke zum Patienten schlägt. Hausarzt und Krankenschwester, das ist für mich das Dream-Team, das gemeinsam für das Wohl des Patienten arbeitet. Fakt ist: Die Menschen wissen heutzutage nicht, an wen sie sich wenden sollen und sind zunehmend verunsichert. Außerdem werden wir es in Zukunft öfters mit Epidemien und Pandemien zu tun haben, multiresistente Keime werden ein immer größeres Problem darstellen, Volkskrankheiten wie Diabetes, koronare Herzerkrankungen, Adipositas usw. zunehmen. Hinzukommen Digitalisierung, Medien usw., die einmal mehr zur allgemeinen Überforderung beitragen. In so einem Umfeld braucht es dringend eine Person des Vertrauens. Und das ist in meinen Augen der Hausarzt und die Krankenschwester.

…die aber so schon viel arbeitet und „nichts“ verdient.
Stimmt. Daher und auch weil wir beispielsweise in Deutschland in naher Zukunft rund 500.000 Krankenschwestern und Pfleger brauchen, muss der Beruf aufgewertet und attraktiver werden –inhaltlich und finanziell. Sofort. In Deutschland fordere ich sofort Brutto als Netto-Auszahlung (also keine Steuer mehr abziehen) für begrenzte Zeit einführen bis das System eine neues Finanzierungsmodell festgelegt hat.

Wie viel Hoffnung hast du, dass das tatsächlich passiert?
Bei den Jungen ist durchaus ein Umdenken zu spüren. Sie haben zwar noch wenig Einfluss, aber der wächst. Da passiert doch eine ganze Reihe, auch wenn es ein weiter Weg ist. Daher braucht es kleine, regionale Schritte. Wenn sich die Menschen in Netzwerken zusammentun, ist vieles möglich. Ich habe das ja selbst erlebt – bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen, bei Schulprojekten, bei der Mikrotherapie. Heute wird meine Methode weltweit nachgefragt, obwohl sie, als ich Mitte der 1980er Jahre damit angefangen habe, von Orthopäden, Chirurgen usw. bekämpft und die Mikrotherapie, also die Behandlung beispielsweise von Bandscheibenvorfällen oder Tumoren mit Mikroinstrumenten im Computertomographen oder MRTs, als Hokuspokus bezeichnet wurde.

Können auch Patienten etwas bewirken, sodass die Medizin wieder menschlicher wird?
Ja, jeder kann das. Beispielsweise kann sich jeder, der zum Arzt geht, drei Fragen aufschreiben, die er auf jeden Fall beantwortet haben möchte, bevor er wieder zur Tür hinausgeht. So zwingt man dem Gegenüber ein Gespräch auf – und bei all dem Zeitdruck, der von der anderen Seite kommen mag: Wir bezahlen ja dafür. Wenn wir in ein Geschäft gehen, wollen wir Beratung und beste Qualität. Warum fordern wir die nicht auch beim Arzt ein?
Oder man wendet sich an den Sachbearbeiter der Krankenkasse, beispielsweise wenn bestimmte Leistungen nicht von der Kasse bezahlt werden. In Deutschland etwa müssen Frauen, die Kosten für eine Früherkennungsmammografie selbst tragen, sofern diese nicht in Screening-Zentren stattfindet. Das ist doch absurd. Warum fragen wir nicht nach: Wieso muss ich selbst bezahlen? Wie kann man das ändern? Was kann ich tun? Kann ich mich zusatzversichern? Zum Beispiel für Naturmedizin, Psychosomatik, Krankenpflege etc.! Daher plädiere ich übrigens schon lange für eine „Priva-Setzliche“ Versicherung: gesetzlich grundversichert und privat zusätzlich in die individuelle Gesundheit investieren.
Wir sind also nicht hoffnungslos. Wir müssen nur die Möglichkeiten nutzen, die wir haben. Und wir sollten sofort damit anfangen, denn der Umbau des Systems kann nur in kleinen Schritten erfolgen. Wenn wir uns aber alle zusammentun, in Teams denken und arbeiten, Kostenträger und Investoren ins Boot holen, auf Prävention und auch Umweltmedizin setzten, können wir alle gemeinsam die Medizin von morgen verändern. Zu einer Spitzenmedizin für alle.
 
Vielen Dank für das wunderbare Gespräch, Dietrich. Und vor allem auch noch nachträglich alles Gute zum Geburtstag – gesund bleiben 😉

Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer (© Laura Möllemann)

Zur Person: Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer

…ist Arzt und Autor, Vordenker und Vorkämpfer, Wissenschaftler und Wegbereiter. In all seinem Tun geht es dem Bochumer Radiologen und Begründer der „Mikrotherapie“ (mikro-invasive Behandlung mit Hilfe von tomographischen Sichtmethoden insbesondere von Rückenschmerzen und Krebs) darum, Voraussetzungen für ein gesundes, wohlbefindliches und zufriedenes Leben für jeden Menschen zu schaffen. Der Gründer des interdisziplinär arbeitenden Grönemeyer Instituts in Bochum und anderen Standorten in Deutschland engagiert sich außerdem für einen bewussteren Umgang mit den Themen Gesundheit, Ernährung, Prävention, Digitalisierung sowie Spitzenmedizin und Spitzenforschung. Sein Ziel: Hightech-Schulmedizin und Naturheilkunde, Psychosomatik, Sozial- und Umweltmedizin als eine Einheit im Sinne einer humanen Humanmedizin zu vereinen. Er prägte den Begriff „Weltmedizin“ dafür. Am 12. November feierte Dietrich Grönemeyer seinen 70. Geburtstag.
www.groenemeyerinstitut.de
www.heilpflanzenwelt.de
www.worldmedicine.eu

Buchtipp: MEDIZIN VERÄNDERN – Heilung, Humanität und Innovation

Der Dreiklang für gute Gesundheit und ein menschenwürdiges und zukunftsorientiertes Gesundheitswesen.

In seinem neuesten Buch (erschienen im Verlag Ludwig) präsentiert Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer umfassende Aufklärung und weitsichtige Maßnahmen, damit der dringend notwendige Strukturwandel im Gesundheitswesen gelingt, und Medizin zu einer würdevollen Heilkunst zwischen HighTech und Naturheilkunde, zwischen Psychosomatik und Umweltmedizin wird.

www.medizinveraendern.de

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Im Gespräch mit...,Vertrauen

Medizin verändern – Gesundheit neu denken

Dietrich Grönemeyer hat uns zum 70. Geburtstag ein Buch geschenkt. Im Gespräch gibt er erste Einblicke, erklärt, warum und wie wir für unsere Gesundheit Verantwortung übernehmen können, welche Wege eine zukunftsfähige Medizin einschlagen sollte und wieso er Hoffnung hat, dass sich tatsächlich etwas ändert.